Der letzte Film von Cameron unterscheidet sich stark von anderen Hollywoods Streifen über Außerirdische. Dort sehen wir in der Regel, dass das Übel aus dem Kosmos auf die Erde kommt. In „Avatar“ ist alles umgekehrt, das Übel stellt sich die technokratische Zivilisation von Menschen dar. Sie erlebt gerade den Höhepunkt ihrer Mächtigkeit und hat zu 2154 in ihrem Profitstreben die irdische Biosphäre vernichtet und stirbt langsam, aber unvermeidlich.
In Wirklichkeit enthält der letzte Camerons Film eine sehr tiefe soziologische Kritik von moderner absurder Konsumgesellschaft, die den Lebenszweck nur darin sieht, die ganze Zeit etwas zu kaufen, zu kaufen und wiederum zu kaufen: kaufen viel, aber niemals genug. Das sind eben solche Bedürfnisse, die keinesfalls befriedigt werden können. Der Preis des solchen Herangehens ist sehr hoch: leeres Durchmahlen von nicht erneubaren natürlichen Ressourcen des Planeten.
Ursprünglich wurde es geplant, in dem Film eine Episode über die endgültige Erschöpfung urbanisierter Erde darzustellen. Saurer Regen und der schwarze Himmel sind zu sehen, und nur ein riesiges Werbungsschild durch den ganzen Himmelsbogen beschönigt die Sehnsucht nach reiner Natur. Wir erfahren, dass die Erde in ununterbrochenen Lokalkriegen für Naturschätze versunken ist. „Avatar“ schildert die technokratische Zivilisation im Wendemoment von der Macht zum gesetzmäßigen Tod, und Sie werden zum Zeugen berufen.
Endlich geschah ein Kontakt mit der Zivilisation der Außerirdischen. Im Schoß ihres Planeten Pandora, wohin man sechs lange Jahre fliegen muss, haben wir ein Erz gefunden – Mineral Unoptanium, ein Kilo davon $20 Millionen kostet. Phänomenal hoher Preis für Ressourcen. Dafür sind wir bereit, die Biosphäre noch eines Planeten zu vernichten. Die Hauptperson des Filmes und eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern leisten Widerstand. Die Wissenschaftler treten öfter dagegen auf, egal, sie werden sowieso mit allen nach der Pfeife des Arbeitsgebers tanzen. Die Korporation als Arbeitsgeber zahlt den Wissenschaftlern sehr guten Lohn.

Chef an der Pandora Station Patrick Selfridge: „Unoptanium ist der Grund, warum wir hier sind!“
Um einen freundlichen Kontakt mit den Einheimischen Pandoras aufzunehmen, wurde von Wissenschaftlern ein Projekt ausgearbeitet. Das technologische Niveau hat uns ermöglicht, Bioroboten oder Avataren nach der Ähnlichkeit von Bewohnern Pandoras, Na’vi, wie sie sich selbst nennen, künstlich zu schöpfen. Avataren werden von Operatoren durch eine besondere Einrichtungen ferngesteuert, mit deren Hilfe die Nervenimpulse von Operatoren ins Gehirn des Avataren gesendet werden, als ob sich die Operatoren in ihren Avataren versetzen.
Das Ziel des Projektes „Avatar“ bestand darin, Verhandlungsprozess mit Barbaren zu verschaffen und dabei ein zivilisiertes Herangehen zu den Na’vis, diesen primitiven auf Bäumen lebenden und kein Schrifttum habenden Wesen zu demonstrieren. Die Meinung der Wissenschaftler wird so lange berücksichtigt, bis es zum Ausheben der Unoptanium-Grube kommt.
Volk Na’vi wohnt auf dem 300 Meter hohen Baum der Seele. Mit diesem Baum assoziieren Na’vis das Weltall. Es fällt die Gestalt vom Weltbaum ein, die es bei vielen alten Völkern gibt. Eben unter diesem Baum befindet sich größtes Lager des Minerals, und der Baum soll auch vernichtet werden., Na’vis erweisen sich überhaupt menschlicher als die Menschen.
Im Alltag benutzen Na’vis ein phänomenales Neuronnetz, um ihr Weltbild zu ergänzen. Das ist der Grund, warum sie in Eintracht mit der Umwelt leben und das Leben genießen. Vernichtung der Bäume bedeutet Verlust der Fülle der informationellen Kontakte, ist physisch schmerzlich und moralisch unzulässig.
Das versteht Grace Augustine, Chef des Avatar Projects, und versucht ihrem Boss Patrik Selfridge die Wichtigkeit aller Geschehnisse auf Pandora für Na’vis zu erklären. Er antwortet: “Man soll schließlich verstehen, was ihr dort kifft“.
Die Zivilisation der „Himmelmenschen“ wird nicht nur durch ihre hervorragenden technischen Leistungen, sondern auch dadurch gekennzeichnet, wie die Leute sich erholen. Suchtmittel (Alkohol, Rauchen, Drogen) wechseln den biochemischen Hintergrund des Organismus, verdreht das Empfinden und als Folge – fragmentarische Weltanschauung, die Zerstörung irdischer Biosphäre und langsamer Untergang der Art Homo Sapiens.
Die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird an der Hauptperson des Filmes gefesselt. Dazu trägt das Thema der Liebe mit Naitiri, Tochter des Omatikaya Führers, bei. Jake Sully bekam in seinem irdischen Leben eine Verletzung im Rücken während des Militärdienstes, wurde Kriegsinvalide, der dazu verurteilt ist, den Rest des Lebens im Rollstuhl zu verbringen.
Wenn Jake im Körper seines Avatars war, haben sich seine Vorstellungen über feindliche und freundliche Welten verändert. Erst schien ihm die Welt des fremden Planeten todgefährlich, und Erdbewohner hätten kaum eine Chance zum Überleben, aber am Stützpunkt hat er eine Unterstützung und Protektion von Oberst Quaritch bekommen. Wenn Jake ihm wertvolle Nachrichten geliefert hat, wies der ihm auf gute Perspektive hin. Es scheint, kein anderer außer Quaritch hat Jakes wertvolle Charakterzüge begriffen und eingeschätzt.
Nun begreift Jake, dass aus zwei Leben, die er der Reihe nach lebt, das Leben auf der zauberhaften und zärtlichen Pandora das beste ist. Das Leben unter Menschen wird zu einem Alptraum, was Jake vor der Videokamera gesteht, wenn er seine alltägliche Routinenarbeit nach dem Aufenthalt im Avatarkörper macht. Was können wir ihnen eigentlich anbieten? – hatte er sich selbst endlich gefragt. – Jeans und billiges Bier? Wir haben nichts anzubieten“. In dem krirtischen Moment hat Jacke verstanden, dass er nicht ander handeln kann, als Na’vis im Kampf mit unaufgeforderten „Himmelleuten“ zu führen. Unter Führung von Jacke Sully haben Na’vis gesiegt. Jacke, der noch vor ein paar Monaten Nachrichten dem Oberst geliefert hat, büßte seinen schrecklichen Verrat ab.
Nach der Schlacht haben Na’vis „Himmelleute“ zurück auf die Erde vertrieben, „langsam zu sterben“, so im Film.
Seit schon fast 100 Jahren propagiert Hollywood die Lebensart der Konsumgesellschaft. Zu diesem Niveau nähern sich schnell Indien, Brasilien, China, Bevölkerung andern Länder will auch so leben, wie in Hollywoods Filmen. Das führt aber zum unumkehrbaren Untergang der Biosphäre.
Eine der Hauptprobleme der modernen Zivilisation ist eben der Wucherleihzins, der höher als jähriger Zuwachs der Industrieproduktion ist und Geld in sinnlose Papiere verwandelt. „Eine Operation zu machen? Nicht mit der Rente eines Kriegsinvaliden und nicht mit unserer Wirtschaft“, so Jacke Sully . Deshalb suchen die Unternehmer eine Möglichkeit, zu sparen, damit sie Anleihen begleichen und Zinsen bezahlen könnten. Deshalb wurde es zugelassen, die Umwelt zu verunreinigen und Biozönosen zu vernichten. Die Erde in der Avatar Zukunft ist fast vollkommen mit dem Asphalt bedeckt. Das ist aber auch das Ende der Menschheit.
Wenn wir die Richtung unserer Entwicklung nicht verändern, geraten wir dort, wohin wir uns bewegen. Obwohl der Wucherleihzinsen eine Grundursache heutiger globaler Krise ist, hat man beschlossen, Konsumrennen zu zügeln. Aber wie wäre es möglich, dass die Menschen sich selbst freiwillig begrenzen und dabei zufrieden bleiben?
Dazu passt der Buddhismus gut. Das Leben ist eine Qual. Eine Ursache der Qualen sind Wünsche. Man kann Qualen vermeiden. Dafür soll man die Wünsche loswerden. Die Weisen erlöschen wie Altarlämpchen. Nirvana heißt Erlöschen der Wünsche.

An der Webseite von CNN handelt es sich um ein Internetforum, wo man sogar eine besondere Rubrik „Die Depression wegen Pandoraträume überwinden“ geöffnet hat. Diese Rubrik hat mehr als 1000 Mitteilungen! Ein gewisser Mike schreibt: „Nach Avatar bin ich in der Depression.
Nachdem ich entzückende Welt Pandora und Volks Na’vi beobachtet habe, will ich einer von ihnen sein. Ich denke an Selbstmord, in Hoffnung durch die Wiedergeburt in die Welt wie Pandora geraten“. Noch eine Aussage von einem anderen Forum: „Avatar wurde durch visuelle Offenbarungen genau geschaffen“. Es ist unmöglich, solches zu erfinden, diese Welt existiert irgendwo genau (eben existiert, nicht existierte)“.
Als Jacke im Avatar-Körper die Omatikaja-Sippe kennen gelernt hat, hat die Priesterin der Sippe beschlossen, ihm das Leben zu bewahren und ihm ihre Bräuche beizubringen. Sie hat die Worte aus einer bekannten buddhistischen Sage gesagt: „Es ist schwer, einen vollen Becher zu füllen“.
Der Sinn von diesem Gleichnis ist, dass es schwer ist, das Bewusstsein eines Individuums im reifen Alter mit einem neuen Inhalt zu ersetzen. Der zweite Teil ihrer Worte: „Mal sehen, ob es möglich ist, deinen Wahnsinn zu heilen“. Am Ende des Films sehen wir, das Jacke es geschafft hat. Und dafür hat die Sippe seine Seele aus dem menschlichen Körper ins Avatar reinkarniert.

Tor ins Shambala

Der Platz auf Pandora, wo der Na’vis entstand. Das ist ein Pol Pandoras. Ein Platz mit dem kräftigen Magnetfeld und infolge dessen bogenartige Felsen.

Der erste Sex zwischen Neitiri und Jacke (Zeugung?). In der Annonce der Regiesseurfassung des Films berichtet Cameron, dass die meisten sexuellen Szenen bei der Vorbereitung des Films zum Verleih durch die Zensur ausgeschnitten waren, obwohl sie eine große symbolische Bedeutung haben.

Der Akt des mystischen Schaffens. Buddha und seine Frau.
Jede Religion lockt ihre möglichen Anhänger mit einem Ort im idealen Bestand der Biosphäre, mit einem Paradies. Ein gewisser Ivar Hill schreibt im Internetforum: „Wenn ich nach dem Film am nächsten Tag erwacht bin, ist mir die Welt … grau erschienen… In der Tat sehe ich keine Ursache, überhaupt etwas zu tun. Ich wohne in der sterbenden Welt“. Er auch dazu: „Meine Depression war zweiseitig: ich fühlte mich depressiv, deshalb wollte ich auf Pandora wohnen, aber ich war sehr unzufrieden mit der Aussicht auf unsere Welt, darauf, was wir mit der Erde gemacht haben“.
Der sowjetische Führer Joseph Stalin nannte Schriftsteller „Ingenieure der menschlichen Seelen“. Jetzt haben diese Rolle an sich Filmautoren und Regisseure angenommen, das Filmtheater ist etwas ähnliches wie ein Tempel. Friste des Filmverleihs wurden genau berechnet. Wenn Sie diese echte Wallfahrt der Leuten gesehen hätten, die am 2. Januar „Avatar“ in Kinos sehen wollten. Es gab keine Eintrittskarten mehr. Ein Angebot überstieg die Nachfrage.
Die Kritik der Konsumgesellschaft ist sehr tief und anschaulich, dass der Film einen Schlag auf den Hinterkopf gab. Ein Mann in den USA starb an Insult wegen Erlebnisses der finalen Schlacht, Tausende anderen fühlen sich depressiv.
Natürlich kann man über die vom Autor vorgeschlagene Kritik der Konsumgesellschaft und buddhistische Symbole im Film diskutieren, aber der Autor ist der Meinung, dass Cameron das Ende der modernen Zivilisation gezeigt hat und dabei einen gewissen Ausweg vorschlägt. Um sein Konzept zu realisieren, hat er buddhistische Bilder benutzt.